Pressestimmen: Ludwig Kaiser stimmt auf die Osterzeit ein

In der gut besuchten Melanchthonkirche war ein ergreifendes Konzert unter dem Titel „Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht" zu erleben.

Unter dem Titel „Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht" stimmte die Kantorei an der Melanchthonkirche unter der Leitung von Ludwig Kaiser auf die Osterzeit ein. Von Brahms über Bruckner bis zu Reger entfaltete sich der pointierte Programmverlauf in der gut besuchten Kirche.Nachdem Kantor Ludwig Kaiser an der Orgel mit Brahms' Choralvorspiel und Fuge über „O Traurigkeit, o Herzeleid" das Konzert eröffnet hatte, setzte die Kantorei zu zwei kräftigen Gradualen Anton Bruckners an. Die hervorragend dargebotenen Stücke „Locus iste" und „Christus factus est" öffneten nicht nur die Ohren, sondern auch die Herzen des andächtigen Publikums. Es folgte ein Orgel-Solo von Franz Liszt. Nun zog Kaiser die großen Register seiner Passion. Seine Erfahrungen in der Instrumentalisierung von Stummfilmen ermöglichten es Kaiser, Liszts Kreuzandachten einen Raum der transzendentalen Entfaltung zu öffnen.Zu den Andachten „Jesus begegnet seiner heiligen Mutter" und „Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz tragen" visualisierten sich vor dem inneren Auge die tragischen Szenen konturenreich. Nun war es an dem Chor, das hohe Niveau des Konzertes zu halten.Mit Hugo Wolfs „Weil jetzo alles stille ist" und „Komm, Trost der Welt" gelang dies den Mitgliedern der Kantorei mit Bravour.Nach einer langsamen Fuge für die Orgel in as-moll von Brahms setzte die Kantorei zu ihrem fulminanten Abschluss an. Auf den ergreifenden Kanon „Verwirf mit vor deinem Angesicht“ von Johannes Brahms folgte ein Abendsegen von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen dreimalige Anrufung des Herrn mit Nachdruck vorgetragen wurde. Mit einem Nachtlied von Max Reger endete das Konzert. Kaiser wurde von Seiten der Kantorei eine verdiente Rose überreicht.

25.03.2009 / WAZ Lokales